Samstag, 16. Mai 2009

Wütend

... bin ich. Total aufgewühlt. Immer noch macht mich diese Diskussion ums Stillen und Tragen sauer. Immer der selbe Sermon: Es gibt die absoluten Befürworter und die totalen Gegner. Ein dazwischen gibt es nicht. Und ich hab es so satt überall das gleiche zu lesen. Ich konnte mich nicht zurückhalten und habe kommentiert und darüber wurde auch kommentiert. Und natürlich war es eine Befürworterin. Ja, ich fühle mich auch persönlich ein wenig angegriffen. Hey - ich finde Stillen toll und Tragen auch - aber manchmal ist es einfach nicht möglich. Ich habe mir lange vor der Geburt schon ein Tragetuch besorgt und die Bindeanleitungen studiert. Und ich war auch felsenfest überzeugt, dass das Stillen kein Problem würde. Aber es ging halt nicht. Die Gründe lagen einfach in den Umständen der Geburt und dem Folgenden.

Warum wird da bloss so ein Kult drum gemacht. Vor ein paar Jahren war es noch absolut altmodisch das Stillen und Tragen - solche Frauen waren als Öko verschriehen oder als Alternative oder noch schlimmer. Das war auch nicht richtig. Aber jetzt ist es genau anderstherum. Jede Frau die Fläschchen gibt und Kinderwagen schiebt ist scheinbar schon nahe an der Grenze zur Miss...handlung um es überspitzt auszudrücken. Also ehrlich?????

Und dieses Argument: Wieviele Kinder hätten früher nicht überleben können, als es noch keine Flaschenmilch gab, wenn nicht gestillt worden wäre. Schon Mal in der Geschichte nachgelesen? Es gab sogar den Beruf der Amme! Also Frauen, die für das Stillen von fremden Kindern bezahlt wurden. Und auch in Naturvölkern wird das noch so praktiziert.

Dieses Thema wird mich noch sehr lange beschäftigen. Nicht, weil bei uns alles so anders war, nein, weil es einfach so ungerecht ist. Dieses schwarz und weiss Gesehe. Und eines kann ich einfach auf den Tod nicht leiden: Ungerechtigkeit. So ist es nun Mal. Und jetzt ist gut.

Kommentare:

aleinung hat gesagt…

hallöchen,

erstmal nen knuddler rüberwerfe.

es ist doch eigentlich schei.egal, was die anderen denken ;-).

mache genau das, was du für dich und dein kind richtig hälst.

so habe ich es gehalten.

mir wurde vor sieben jahren auch gesagt, er ist zu dick ... er ist zu dünn ... du betüddelst ihn zu sehr ... usw. usw.

na und?

als mutter hat man den gewissen instinkt, wo man doch weiss, was richtig ist.

trägst du dein kind gerne, ok, dann mache es. tut dir mit er zeit der rücken weh, dann lass es.

so lange ihr glücklich und zufrieden seit, ist es doch egal wie ;-)

du machst das schon - alles wird gut.

liebe grüße

andrea

***kleinigkeit*** hat gesagt…

wenn ich deine zeilen lese, tut es mir leid, dass du so wütend, traurig, sauer, mitgenommen, aufgewühlt bist...
das war absolut nicht die absicht... schade, dass wir uns nicht persönlich unterhalten können, sondern die blogkommentare alles sind, was wir als kommunikationsmittel haben... denn sonst wüsstest du, dass ich nicht der schwarz-weiss-drache bin, wie du mich bestimmt siehst...
ich möchte jetzt gar nicht wieder und wieder darlegen, was ich wie und überhaupt sehe...
ich lasse jeden wie er mag, spreche auch keine kinderwagenmama an, dass sie ihr kind quält - meine tochter war heute mit ihrem papa auch den ganzen tag im wagen unterwegs...
ich freue mich nur über jede mama, die trägt und die das glück hatte, dass ihr kind das auch zulässt - ebenso wie das stillen...
ggggggggglg kicka

Wienermädel + Co hat gesagt…

Also ich verstehe die Aufregung nicht? Wenn Mutter und Kind das wollen, ist es vollkommen ok. Unsere Tochter hat ihre Tochter solange gestillt, bis sie von selbst abgelehnt hat, und das hat sehr lange gedauert. Ich kenne auch viele andere Mütter, die das so machen und es ist schliweßlich natürlich, oder?
Wenn jemand das nicht will oder kann, gibt es ja heutzutage andere Lösungen.

Kleeblumenkranz hat gesagt…

Ich bin ja auch eine Stillbeführworterin, allerdings hatte ich auch kaum Probleme mit dem Stillen. Aus Unterhaltungen mit anderen Müttern weiß ich, dass das jedoch nicht selbstverständlich ist, auch wenn es eigentlich so sein sollte. Viele haben arge Probleme damit, insbesondere dann wenn die Geburt schwierig war und im Krankenhaus niemand zur Seite stand der es einem richtig erklärt. Das Beste ist wirklich sich nicht unnötig abzustressen und sich im richtigen Moment Hilfe zu holen. Alles andere ist nur eine unnötige Belastung. Deswegen wenn es nicht geht mit dem Stillen, dann geht es halt nicht, da muss man sich kein Bein ausreissen. Ich gehöre zu den Müttern, die alle Schwangeren fragen ob sie auch vorhaben zu stillen. Wenn sie bejahen dann sage ich ihnen offen und ehrlich, dass ich stolz auf sie bin. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe mir vorgenommen für mein nächstes Baby ein Tragetuch zu kaufen. Allerdings nur aus praktischen Gründen. Ich muss die Hände für die anderen beiden freihaben, alles andere ist mir eigentlich egal.