Donnerstag, 17. November 2011

Luxusmarmelade

Meine Freundin hat mir wieder eine grosse Kiste mit schönen, gelben Quitten geschenkt. Apfel- und Birnenquitten bunt gemischt und die warten nun seit einigen Tagen draussen auf der Terrasse auf Verarbeitung. Da sich nun der Frost doch immer näher an´s Haus wagt, musste die Kiste vorgestern ihre Nacht im Hausflur verbringen.


Dort steht sie - äh, wie soll ich sagen - ungünstig? Wenn ich mir nicht gerade mit dem kleinen Mann auf dem Arm die Zehen anhaue (Kommentar MM: mit Hausschuhen wäre das nicht passiert - manchmal sind Kindergartenkinder altklug ohne Ende) werden sämtliche Früchte vom MM untersucht, gedrückt und bei Ermahnung dann heftigst in die Kiste zurück befördert.


Ungut dieses - für mich und für die Quitten. Also habe ich den gestrigen Vormittag das Projekt "Quittenmarmelade" in Angriff genommen. Nach diesem Rezept und samt sehr verführerischen Fotos (... ich brauche ganz dringend Washi - Washi - Washi ... was für ein Name).


Nachdem ich etliche Früchtchen gewaschen, poliert, mit brachialer Gewalt auseinander gesäbelt habe - das doofe Kerngehäuse rausgeschnitzt und dann in Zitronenwasser geparkt hatte, ging das kochen in Wein und Wasser los. Dafür habe schon einen sehr edlen Tropfen verwendet, der mir aber zum so trinken eigentlich zu süss ist - nein, ich bin kein Weinkenner oder Weintrinker. Aber meine Oma hatte soviel Wein auf Vorrat, das ich noch die nächsten 10 Jahre davon zehren werde. Worauf wollte ich eigentlich hinaus??? Abschweif - ah ja.




Also, als die Quittenmarmelade fertig war - abgeschmeckt mit Ingwer und Vanille, die Küche duftete leicht parfümiert - sind die Gläser dran. Ich gönne jedem Marmeladenglas nach einem Ritt im 70 Grad Gang der Spülmaschine etwas Hochprozentiges. Meist verwende ich Rum oder Calvados aber die waren leider aus. Also trabte ich in den Keller. Dort musste sich noch irgendwo eine Flasche Cognac befinden.


Vor Jahren vom GG als Kundengeschenk erhalten. Aber hier trinkt keiner Cognac. Nachdem ich mich durch sämtliche Vorräte gewühlt hatte, wurde ich dann doch noch fündig - hinten, unten und links. Schicke kupferglänzende Verpackung. Also rauf damit in die Küche und entpackt. Damit erntete ich mehr als entsetzte Blicke des mittlerweile heimgekehrten GG. "Spinnst du" waren ehrlich gesagt seine Worte "der kostet ein Vermögen - mindestens 50 Euro oder so"


Naja - nachdem der GG keinen Tropfen Alkohol trinkt wurde er müde belächelt - kann ja jeder behaupten dachte ich und öffnete mit süffisantem Blick das WWW. Mein Such-Ergebnis war sehr - wie soll ich sagen - eindrucksvoll. Der GG hatte nämlich recht und wer es nicht glaubt, kann gerne selber gucken. Der Coganc wurde wieder in die sündhaft teure Schachtel verpackt - nachdem das MM sich der Flasche schon angenommen hatte - ist ja quasi mit Kinderspielzeug oben drauf - und jetzt ruht er sanft zwischen den Vorräten und wartet auf den Tag, an dem das passiert was seiner Gerecht wird. Ich muss heute also dringend "billigen" Rum kaufen gehen.


Nachtrag: Die Marmelade ist sehr lecker geworden - auch ohne Luxus-Cognac:)

Kommentare:

ramona hat gesagt…

wie schön wieder was von dir zu lesen!
glg ramona

Mara Zeitspieler hat gesagt…

Meinen lieben Leserinnen will ich schnell persoenlich bescheid sagen:
Auf meinem Blog gibt es was zu feiern! Und fuer meine lieben Leserinnen was zu gewinnen! Schau doch mal vorbei.
Lieben Gruß
Mara Zeitspieler

Wienermädel + Co hat gesagt…

Da kann ich mitreden, nicht beim Cognac, sondern bei Quittenmarmelade, viel Arbeit, aber es lohnt sich!
Liebe Grüsse

Brigitte hat gesagt…

Bei mir wachsen die Quitten vor dem Wohnzimmerfenster. Wenn wir sie goldgelb ernten, dann werden sie auch sofort verarbeitet, denn das garantiert mir, dass die Fruchtfäule noch nicht einsetzt und sie ziemlich hellgelb bleiben.

Einige Jahre habe ich ebenfalls meine Marmelade mit Alkohol abgerundet. Das mache ich schon lange nicht mehr, denn ich finde, dass der ursprüngliche Geschmack dann verloren geht. Mittlerweile koche ich Gelees und Marmeladen auf die ganz simple Art, und sie ist wirklich lecker.

Aber, die Geschmäcker sind halt einfach verschieden und das ist ja auch gut so.

Wünsch dir ein schönes erstes Adventswochenende mit der Familie, Brigitte